Geschätzte 200 Personen aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft wurden am 29.11.2017 nach Berlin geladen, um dort in der Hauptstadt-Repräsentanz der Fraunhofer Gesellschaft einen Blick in die Labore zum Thema Künstliche Intelligenz (KI) bei der Fraunhofer Gesellschaft zu erhalten. Ziel war es, der geladenen Öffentlichkeit die Chance zu geben, mit ForscherInnen die Chancen und Risiken dieser Querschnittstechnologie zu erleben und zu diskutieren.

Verantwortlicher Organisator und Gastgeber Prof. Dr. Stefan Wrobel wurde aufgrund seiner langjährigen Forschungstätigkeiten im Bereich der Künstlichen Intelligenz als Pionier gewürdigt. Er ist Leiter des Fraunhofer Instituts für Intelligente Analyse- und Informationssysteme auf dem Campus Schloss Birlinghoven bei Bonn, Vorsitzender der Fraunhofer Allianz Big Data und Mentor der ersten Stunde bei Implisense.

In der Ausstellung präsentierten Institute der Fraunhofer Allianz für Big Data ihre Exponate, die eindrücklich neue Anwendungsmöglichkeiten von Verfahren der KI zeigten. Als Alumni des Fraunhofer IAIS waren seitens Implisense Dr. Andreas Schäfer, Dr. André Bergholz und Hannes Korte eingeladen.

Aus den vielen Themen der Veranstaltung fanden wir diese bemerkenswert:

  • Affective Computing

In diesem Gebiet forschen Institute daran, Emotionen von gefilmten Menschen in Echtzeit aus Videobildern abzuleiten. Es war spannend zu sehen, wie schnell und präzise diese Verfahren arbeiten und welche Vorteile der Einsatz von Deep Learning bringt.

  • Internet of Senses

Hier arbeitet ein Institut interdisziplinär an „riechenden“ Maschinen, um perspektivisch Prinzipien der Koordination und Navigation von Ameisenstämmen bei der Futtersuche z.B. in der Logistik anzuwenden. Bereits aus den Rückmeldungen im Plenum wurde deutlich, dass hier völlig neue Use Cases in diversen Bereichen möglich werden.

  • Automatische Auswertung von Geschäftsberichten

Unsere ehemaligen Kollegen des Fraunhofer IAIS entwickeln gemeinsam mit einem großen Anbieter von Wirtschaftsinformationen eine Engine zur automatischen Auswertung von Geschäftsberichten. Sowohl die Extraktion relevanter Fakten als auch die automatische Einschätzung aus qualitativen Aussagen zur Geschäftsentwicklung reduzieren die bisherigen manuellen Aufwände dramatisch. Damit bilden sie die Basis neuer Business-Services.

  • Graph-based Chatbots

Graph-based erlaubt komplexere Abfragen mit genauen Ergebnissen statt Volltext-Suchergebnissen in großen Datenmengen.

Unser Fazit der Veranstaltung

Eine gelungene Veranstaltung mit deutlichem Wiederholungspotenzial. Angesichts des Interesses seitens des Publikums und der Dynamik im Bereich KI würden wir uns nicht wundern, wenn im kommenden Jahr erneut eine ähnlich gelagerte Veranstaltung stattfindet. Es war überfällig, dass sich KI-Forschungseinrichtungen öffnen und in den Dialog über Chancen und Risiken einsteigen.

Übrigens: Für Startups wurde ein Programm aufgesetzt, in der die Fraunhofer Gesellschaft Innovationen im Bereich Künstliche Intelligenz mit Startups entwickeln möchte. Mehr Informationen zur Bewerbung hier.

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