Handelssanktionen in der Weltwirtschaft

In dem Forschungsprogramm CoyPu arbeiten wir an einer Früherkennung wirtschaftlicher Risiken in globalen Supply Chains u.a. gemeinsam mit Siemens, Infineon und DATEV sowie starken Partnern aus der Forschung, wie etwa dem DIW, TIB und InfAI.

Zur Früherkennung wirtschaftlicher Risiken auf Lieferketten werden Handelssanktionen als Teil der Wirtschaftssanktionen analysiert. 

Basierend auf offenen Daten zu Handelssanktionen wurde ein Graph zwischen Ländern, Produkten und Handelssanktionen aufgebaut. Unterschieden wird nach Ländern, die Handelssanktionen aussprechen und solchen, auf die diese Sanktionen abzielen. Jede Handelssanktion hat ein Anfangsdatum, so dass eine Darstellung des Zeitpunkts möglich wird, wann die Sanktion in Kraft tritt. 

Für eine Darstellung des Geschehens wurde eine exemplarische Zeitreihe ermittelt und mit dem Tool Gource visualisiert. Da die komplette Visualisierung sehr groß ist, hier ein kleiner Ausschnitt: 

Auf der linken Seite der Darstellung findet sich eine Rangliste, die die häufigsten Länder-Paare auflistet, die aufgrund von Handelssanktionen miteinander verbunden sind. Weiter rechts wird dargestellt, welche Sanktionen Länder auf bestimmte Produkte ausüben (z.B. Export-Stop für bestimmte Metalle).

Auffällig ist, dass es Zeitpunkte mit besonders hoher regulatorischer Intensität gibt. Ohne genaueres Wissen über gleichzeitige oder vorlaufende Krisen bzw. politische Ereignisse sind die Zeitpunkte schwierig ex post zu erklären. Abseits von einer Erklärung des geo-politischen Kontextes einer Sanktion sollte die Kenntnis einer Sanktion für solche Akteure relevant sein, deren Versorgung mit Rohstoffen oder Vorprodukten bzw. Exportmöglichkeiten betroffen sein könnte. 

Mit der gewählten Aufbereitung von Handelssanktionen als Netzwerk der Weltwirtschaft können auch entfernte Ereignisse auf Branchen oder gar einzelne Unternehmen bestimmt werden. Hier forschen wir an der Propagation von Ereignissen in Netzwerken, um auch Welleneffekte für konkrete Branchen oder Unternehmen vorhersagen zu können. 

Einsatzmöglichkeiten für die Überwachung von Lieferketten sind u.a.:

  • Automatisierte Warnung bei neu erkannten Import-Einschränkungen
  • Automatisierte Warnung vor angekündigten Export-Einschränkungen
  • Vorhersage von direkten Einschränkungen in der Versorgung
  • Vorhersage von indirekten Beeinträchtigungen in Lieferketten aufgrund von Welleneffekten

Mit automatischen Warnungen und der Vorhersage von indirekten Beeinträchtigungen können künftig Risiken aufgrund einer smarten Früherkennung frühzeitiger gesichtet, bewertet und gemanaged werden, bevor es zu Lieferengpässen oder Störungen kommt.

Fragen zum Projekt und der Anwendung von Analysen und Daten beantworten wir Ihnen gerne unter hello@implisense.com

Wie Sie Technologie-Profile für Ihren Erfolg nutzen

Vor wenigen Wochen haben wir Ihnen an dieser Stelle das Firmenverzeichnis Companies and Markets vorgestellt: übersichtliche und erkenntnisreiche Firmenprofile auf einen Klick – inklusive einfacher grafischer Darstellungen. Teil dieses kostenlosen Angebots sind auch die für viele Firmen abrufbaren Technologie-Profile. Diese illustrieren, wie häufig bestimmte Technologien in Verbindung mit einem Unternehmen genannt werden. Dafür wertet ein Algorithmus unzählige Online-Quellen aus – darunter zum Beispiel konkrete Stellenanzeigen – und gewichtet sie auf Grundlage der Häufigkeit, mit der die verschiedenen Technologien dem jeweiligen Unternehmen zugeordnet werden können.

Technologie-Profil Companies and MarketsMit ein wenig Branchenkenntnis lassen sich aus diesen Daten ausgezeichnete Rückschlüsse auf den technologischen Stand des betreffenden Unternehmens sowie auf dessen Entwicklung und Zukunftsfähigkeit ziehen. Welche Themen, die die Zukunft der jeweiligen Branche maßgeblich mitbestimmen werden, spielen bei dieser Firma bereits jetzt eine wichtige Rolle? Wie viel Aufmerksamkeit bekommt dieses Thema dort im Vergleich zu anderen Unternehmen? Und wie verändert sich das im Zeitverlauf? Werten Sie die tagesaktuellen Daten mit einer Spur Kreativität aus, können Sie erstaunliche Einblicke in die Struktur Ihrer Kunden oder Wettbewerber gewinnen. Ein paar Beispiele:

Vertriebschancen erkennen

Technologie-Profil Zalando
Technologie-Profil Zalando

Das Technologie-Profil auf Companies and Markets hilft Ihnen dabei, Chancen für Ihren Vertrieb zu erkennen. Wenn Ihr Unternehmen zum Beispiel eine innovative Software anbietet, ist es von großem Wert, zu wissen, welche Systeme bei einem potenziellen Kunden derzeit im Einsatz sind. Verfügt Ihre Lösung etwa über eine komfortable Schnittstelle zu einer Software, die bei diesem Unternehmen flächendeckend eingesetzt wird, haben Sie sofort ein ausgezeichnetes Verkaufsargument. Können Sie durch die Beobachtung der tagesaktuellen Daten im Zeitverlauf dagegen feststellen, dass ein Wettbewerber diesen Kunden gerade von sich überzeugt zu haben scheint, konzentrieren Sie Ihre Ressourcen besser auf vielversprechendere Leads. Aber auch für einen Maschinenbauer kann es unter Umständen eine wertvolle Information sein, dass ein bestimmter Produktionsbetrieb seine Fertigung aktuell zu modernisieren scheint. Kurz gesagt: Mit dem Technologie-Profil erhalten Sie auf einen Blick umfassende Insights, die Sie einem menschlichen Gesprächspartner auf Kundenseite bestenfalls nach vielen ausführlichen Gesprächen hätten entlocken können.

Geschäftsrisiken abwägen

Wahrscheinlich lohnt es sich für Sie nicht, auf einen Kunden oder Lieferanten zu setzen, der die wesentlichen Trends seiner Branche verschläft. Eine Möglichkeit, dem vorauszugreifen: Prüfen Sie mithilfe des Technologie-Profils auf Companies and Markets, wie zukunftsfähig sich Ihre potenziellen Geschäftspartner aufstellen. Insbesondere bei mittelständischen Unternehmen, über die vergleichsweise wenig öffentlich publiziert wird, erhalten Sie so ganz schnell viele erhellende Daten. Das nutzt zum Beispiel der Firmenkundenberater einer Bank, der bei einer geplanten Investition unterstützen soll. Oder der Einkäufer eines Herstellers, der zwischen verschiedenen Lieferanten wählen muss. Reduzieren Sie das Ausfallrisiko, indem Sie mit zukunftsträchtigen Geschäftspartnern zusammenarbeiten.

Wettbewerber einschätzen

Beispiel Technologie-Profil
Technologie-Profil der Heidelberger Druckmaschinen AG

Je besser Sie Ihre Wettbewerber kennen, desto besser können Sie Ihr eigenes Profil schärfen. Behalten Sie die Entwicklungen bei anderen Unternehmen Ihrer Branche im Blick und ziehen Sie die notwendigen Schlüsse für Ihre eigene strategische Ausrichtung. Auf welche Trends setzt der technologische Vorreiter Ihrer Branche? Worauf reagiert der Marktführer langsamer als Sie? Und mit welchen technologischen Visionen werben Ihre Konkurrenten um hart umkämpfte Fachkräfte? Im Technologie-Profil auf Companies and Markets finden Sie darauf eine Antwort. Wenn Sie die Daten unter den richtigen Prämissen auswerten.

Job-Perspektiven ausloten

Apropos Fachkräfte: Nicht nur für Unternehmen, sondern auch für wechselwillige Fachkräfte oder Berufseinsteiger liegen in den kostenlosen Technologie-Profilen nützliche Erkenntnisse. Denn natürlich sind auch diese an einem Arbeitgeber interessiert, der mit State-of-the-Art Technologien arbeitet. Gerade potenzielle Arbeitnehmer in technologieaffinen Jobs können daraus den Stellenwert ablesen, den die Technologie dem möglichen Arbeitgeber besitzt. Eine interessante Entscheidungshilfe im Karrieremarkt.

Das Firmenverzeichnis Companies and Markets bietet viele Daten für eine schnelle aber aussagekräftige Gesprächsvorbereitung. Die Technologie-Profile gehören zu den besonders kraftvollen Tools der Plattform – und sind sogar kostenlos abrufbar. Wer dann tiefer in die Recherche der jeweiligen Quellen einsteigen möchte, aus denen die Daten stammen, kann dies mit einem optionalen Premium-Account tun. Nutzen Sie jetzt die Aussagekraft der Technologie-Profile für Ihren Erfolg!

Hier finden Sie ein beispielhaftes Technologie-Profil auf companies-and-markets.com. Klicken Sie sich von hier aus einfach durch verschiedene Profile, indem Sie im Suchfeld einen Firmennamen eingeben oder z.B. nach Branche oder Ort filtern.

Technologien wie Shops, CRM, SAP HANA, Hybris… sind nur eines der lieferbaren Segmentierungskriterien, die wir Ihnen für Ihr Account Based Marketing bereitstellen.

Kundentypen erkennen und richtig adressieren

Wer etwas verkaufen will, sollte sein Gegenüber verstehen und auf dessen Bedürfnisse eingehen. Da Menschen aber nunmal unterschiedlich sind, kann es kein allgemein gültiges Patentrezept dafür geben. Persönlichkeitstypisierungen können Ihnen jedoch dabei helfen, potenzielle Kunden schneller zu durchschauen und effektiv auf deren spezifische Motivation einzugehen. Ein vergleichsweise bekanntes und beliebtes Konzept ist das 4-Farben-Modell von Frank M. Scheelen. Dieses unterscheidet vier verschiedene Persönlichkeitstypen: rote, blaue, gelbe und grüne Menschen. Wir haben für Sie kurz zusammengefasst, wodurch sich die einzelnen Typen auszeichnen und wie Sie ihnen optimalerweise begegnen sollten, um sie als Kunden von sich zu überzeugen.

Kundentypen in Anlehnung an das 4-Farben-Modell von Frank M. Scheelen

Der blaue Kunde

Blaue Kunden sind die klassischen rationalen Denker. Sie sind sehr diszipliniert, ordentlich und reflektiert – und treffen so auch ihre Entscheidungen. Das heißt: Ein blauer Kunde erwartet von Ihnen möglichst umfassende Informationen zu Ihrem Produkt oder Ihrer Leistung, um dessen bzw. deren Vor- und Nachteile sorgfältig abwägen zu können. Dabei stehen für ihn Fakten deutlich über seiner persönlichen Beziehung zu Ihnen. Versorgen Sie diesen Kundentyp mit hinreichend Details und lassen Sie ihm genügend Zeit, diese zu durchdenken. Aber Vorsicht: Blaue Kunden versuchen gern, Entscheidungen aufzuschieben, um diese wieder und wieder abzuwägen. Wirken Sie also aktiv auf eine Entscheidung hin, ohne jedoch zu schnell zu viel Druck auszuüben.

Der grüne Kunde

Auch Kunden vom grünen Typus brauchen Zeit, um Ihre Argumente zu verarbeiten. Allerdings weniger aufgrund eines hohen Analysebedarfs, sondern eher, weil sie zu einer gewissen Risikoscheue neigen. Zwar sind grüne Kunden freundlich, zurückhalten und in ihren Aussagen weitgehend verlässlich, doch sie halten sich lieber an Bewährtes und Vertrautes. Dementsprechend schwierig ist es für Sie, diese von einem neuen Produkt oder Dienstleister zu überzeugen. Hören Sie aufmerksam zu und finden Sie heraus, welches Risiko Ihr Gegenüber zu vermeiden versucht – um dann gezielt Argumente zu leifern, die ihm in dieser Hinsicht mehr Sicherheit geben. Da dieser Kundentyp aufgrund seiner eigenen Entscheidungsschwierigkeiten viel Wert auf die Meinung anderer legt, lohnt es sich zudem, herauszufinden, wer als Mitentscheider infrage kommt – um diesen dann ebenfalls für Ihr Angebot zu gewinnen.

Der gelbe Kunde

Ganz anders geht es dem gelben Kundentyp. Dieser liebt das Neue, das Außergewöhnliche und ist schnell von einer Idee zu begeistern. Mit seiner kreativen Art greift er diese gern auf und ist auch in der Lage, andere mit seinem Optimismus anzustecken. Wenn Sie gelben Kunden mit derselben Offenheit und Herzlichkeit begegnen, werden Sie schnell eine gemeinsame Ebene finden. Diese Begeisterungsfähigkeit ist allerdings Segen und Fluch zugleich. Denn dadurch lässt sich ein gelber Kunde auch sehr leicht ablenken. Trotz anfänglicher Euphorie werden viele Vorhaben später doch nicht in die Tat umgesetzt. Da lohnt es sich für Sie, ein wenig Zeit zu investieren und eine vertraute Beziehung zu diesem Kunden aufzubauen. Denn die Beziehungsebene ist für ihn sehr wichtig. Er redet auch gern mal über Privates. Konflikte sind dagegen gar nicht sein Ding. Nutzen Sie Ihr gutes Verhältnis, um die Begeisterung Ihres gelben Kunden lange am Leben zu halten und schließlich Ihren Abschluss zu bekommen.

Der rote Kunde

Auf der Beziehungsebene werden Sie den roten Kunden wiederum weniger erreichen. In seiner dominanten, kontrollierenden Art wird dieser Kundentyp versuchen, Sie bewusst zu provozieren und herauszufordern. Zeigen Sie in diesem Fall demonstrative Entschlossenheit und bieten Sie ihm selbstbewusst Paroli – lassen Sie ihm aber die Befriedigung, sich Ihnen ein klein wenig überlegen fühlen zu können. Wenn Ihnen dieser Spagat gelingt, wird er Ihnen die Chance geben, ihn von Ihrem Produkt zu überzeugen. Denn Neuem gegenüber ist der rote Kundentyp durchaus aufgeschlossen – sofern Sie hinreichend darlegen können, welche positiven Resultate er davon zu erwarten hat. Halten Sie ihn nicht unnötig mit Persönlichem oder mit übertriebener Freundlichkeit auf, sondern argumentieren Sie klar und zielorientiert. Wenn Sie dann auf jede seiner Fragen eine klare und präzise Antwort finden, kann es auch mit dem Abschluss plötzlich ganz schnell gehen.

Achtung: Farbwechsler

Es reicht allerdings nicht aus, Ihren Gegenüber einmal nach Kundentypen zu kategorisieren und dieses Schema dann in Zukunft immer als gegeben anzunehmen. Unter Stress kann der Typus Ihres Kunden nämlich plötzlich ins genaue Gegenteil umschlagen. Der Blaue wird gelb, der Grüne rot und umgekehrt. Achten Sie also in jeder Gesprächssituation erneut auf die wesentlichen Signale Ihres Kunden und stellen Sie sich individuell darauf ein.

Dieses Beispiel zeigt, dass solche Konzepte wie Scheelens 4-Farben-Modell natürlich immer nur in stark vereinfachter Form die Komplexität menschlicher Persönlichkeiten und Entscheidungsfindungsprozesse abbilden können. Selbstverständlich spielt die Situation, in der Sie Ihrem potenziellen Kunden jeweils begegnen, ebenso eine Rolle. Es kann Ihnen aber eine nützliche Orientierungshilfe sein, wenn es darum geht, das Verhalten Ihres Gegenübers schnell grob einzuschätzen und Ihre ganz grundlegende Gesprächsstrategie auszuwählen. Diese dann individuell mit den richtigen Anreizen zu veredeln, ist das Handwerkszeug eines talentierten Vertrieblers.

Farbtypen auch bei Firmen?

Der Data Science Bereich bei Implisense hat sich die Frage gestellt, ob sich die oben genannte Typologie auch auf Firmen anwenden lässt. Zu Firmen liegen viele Daten aus öffentlichen Marketingmaßnahmen vor. Das können Tweets sein, Pressemeldungen oder Jobanzeigen. Sprechen Firmen eine Sprache, die sich typologisieren lässt?

Das wollten wir wissen und haben 2018 ein Experiment gestartet. Es wurden Trainingsdaten erstellt und Modelle trainiert, um damit die verschiedenen Typen in Millionen von Dokumenten von Firmen analysieren und später auf Firmenebene aggregieren zu können. Denn Implisense arbeitet auf Firmenebene und nicht auf Ebene konkreter Personen.

Nachfolgend möchten wir zwei Beispiele von allseits bekannten Firmen aus Deutschland geben, die in ihrem Segment zu den Marktführern gehören. Diese wurde genauer analysiert, welche Typen offenbar stärker und welche schwächer vorkommen. Die Zahlen in den Abschnitten bezeichnen die absolute Zahl erkannter 4-Farb-Schlüsselwörter zu den jeweiligen Firmen.

Datenanalyse der angesprochenen Persönlichkeiten

Im direkten Vergleich der zwei Graphen fällt sofort auf, dass der rote und blaue Anteil bei der Deutschen Bank deutlich dominiert. Bei Zalando sind es die grünen und gelben Anteile. Zwei Marktführer, aber sehr unterschiedliche Kommunikationsmuster. Die Firmen teilen also bewusst – oder unbewusst bestimmte Vorstellungen über sich selbst und die Kunden mit, die sie mit ihrer Kommunikation erreichen wollen.

Aktuell werten diese Analysen verschiedene Marketingabteilungen aus, um die eigene Kommunikation im Hinblick auf die Kommunikation von Mitbewerbern zu monitoren. Weiterhin sollen diese kontinuierlich ermittelbaren Erkenntnisse per API auch dazu genutzt werden, die 1:1 Kommunikation z.B. bei Mailings oder im Account Based Marketing zu berücksichtigen. Auf diese Weise hilft das von Frank M. Scheelen erdachte Konzept möglicherweise mehr Menschen dabei, eine richtige Ansprache zu treffen und besser verstanden zu werden.

Tipp: Vermerken Sie den Kundentyp Ihres Ansprechpartners in Ihrem CRM-System. So wissen Sie in Zukunft schon zu Beginn Ihres Gesprächs, auf welche Signale Sie verstärkt achten sollten. Automatisierte Klassifikationen lassen sich künftig auch mit der Implisense API automatisch und tagesaktuell in Ihr CRM einspielen  sowie im Rahmen Ihres Account Based Marketings nutzen.

DIGITAL2018: Der Gipfel der Ideen in Sachen Digitalisierung

Vom 07. bis 08.11.2018 ging es auf dem Messegelände Köln um die große Aufgabe der Digitalisierung mit besonderem Blick auf den deutschen Mittelstand. 

Eine Veranstaltung mit dem Ziel, zu beschleunigen, vernetzen, erklären und mitzugestalten

Motivieren, vernetzen und beschleunigen sollte die Veranstaltung, welche durch die Deutsche Telekom erstmalig in diesem Format und in dieser Größe in Köln organisiert wurde. Dass ein so großes Thema wie Digitalisierung zu einem erfolgreichen Event führt, ist nicht selbstverständlich. Die Digitalisierung durchzieht sich durch alle Winkel der Wirtschaft und hört da nicht auf. Leicht könnte der Facettenreichtum der Digitalisierung zu einer Überforderung der Besucher führen. Das passierte aber nicht, dank einer klugen Messegestaltung.

Vortrag auf der DIGITAL2018.
Vortrag auf der DIGITAL2018.

So wurden die zwei Tage mit ständigen Impulsvorträgen in verschiedenen Bereichen strukturiert, um die Messebesucher zu unterschiedlichen Themenbereichen mit vielfältigem Anspruchsgrad abzuholen. Von der Digitalisierung auf der globalen Bühne berichteten CEOs wie Tim Höttges, Apple Co-Founder Steve Woszniak oder Sigmar Gabriel aus politischer Sicht. Große Player wie Huawei oder Samsung zeigten demnächst kommende Innovationen wie z.B. faltbare Displays in Endgeräten. Viele Exponate demonstrierten Internet of Things Lösungen, auch dort, man sie nicht sofort erwartet hätte, etwa zum Monitoring der Gesundheit von Bienenstöcken. Prototypen eines speziellen Hyperloop Trains zeigte die TU München, Fraunhofer demonstrierte eine einfache Roboterprogrammierung als Weiterbildungsprogramm.

Start-Up-Square: Platz für digitale Zukunftsgestalter bei der DIGITAL2018

Rund 20 Startups aus dem Telekom TechBoost Programm zeigten ihre zumeist datengetriebenen Innovationen, etwa im Bereich Mobilitätsdaten, biologischer Daten oder Firmendaten. In diesem Bereich war Implisense mit eigenem Stand vertreten, um auf der DIGITAL18 erstmalig unser neuestes Produkt “Implisense Reports” vorzustellen.

Produktpräsentation "Implisense Reports"
Produktpräsentation “Implisense Reports”

Die Implisense Reports sind entstanden, um als kleines oder großen Unternehmen mit einem CRM zu allen Bestandskunden tagesaktuelle News und analytische Insights zum Geschäftsmodell zu erhalten. Da sich die Reports als Webseiten auch innerhalb eines CRM anzeigen lassen, sind aufwändige Integrationen oder Datenabgleiche nicht nötig.

Nach zwei Tagen Messe werden wir in Berlin erstmal wieder durchatmen, das positive Feedback reflektieren und uns darauf freuen, wenn sich das gelungene Format der DIGITAL2018 auch im nächsten Jahr wiederholt.

Weitere Informationen zur DIGITAL2018.

Ihre Fragen zu den neuen “Implisense Reports” beantworten wir Ihnen gerne per E-Mail.

Fotos: Dr. Andreas Schäfer

DSGVO auf den letzten Drücker?

Basierend auf einer aktuellen Datenerhebung aus unserem Firmenindex zum Stichtag 30.4.2018 haben erst 10.775 Firmen aus Deutschland ihre Datenschutzerklärung hinblicklich der neuen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) angepasst. Die Auswertung deutet darauf hin, dass gerade Kleinstunternehmen mit der Umsetzung der umfangreicheren Anforderungen zu kämpfen haben. Firmen mit Geschäftsmodellen, bei denen Daten und Datenaustausch eine kritische Rolle einnehmen, nutzen dagegen im Vergleich eher die Gelegenheit, ihren Datenschutz proaktiv anzupassen.


Zu Implisense: Das Berliner Start-Up Implisense ist ein bundesweit führender Anbieter im Bereich B2B Lead Generierung. Unsere Text Mining Verfahren analysieren Online Contents zu sämtlichen im Handelsregister geführten und in Deutschland ansässigen Unternehmen. Die gewonnenen Daten werden als strukturierte Eigenschaften den Firmen zugeordnet und ermöglichen es so potenziellen Geschäftspartner, Kunden oder Wettbewerber zu identifizieren, aus einer neuen Perspektive zu bewerten und zu beobachten.


Datenschutzerklärung im Team erarbeiten

Die Datenschutz-Grundverordnung naht und setzt viele Firmen unter Druck. Empfindliche Strafen gekoppelt an Unternehmensumsätze drohen. Gleichzeitig sind die neuen Anforderungen, etwa in den Bereich Dokumentation, Datensicherheit und Transparenz, nicht zu unterschätzen. Nicht selten sitzen Geschäftsführer, Prokurist oder Datenschutzbeauftragter vor nicht endend wollenden Checklisten, erstellen Dokumentationen biblischen Ausmaßes, um dann schlussendlich eine überarbeitete  Datenschutzerklärung von oft weit mehr als 10 Seiten rechtzeitig zur Verfügung zu stellen.

Zu Recht, schließlich ist der faire privatwirtschaftliche Umgang mit personenbezogenen Daten in Zeiten sich drastisch entwickelnder Informationstechnologien ein Thema mit dem Gesellschaft und Gesetzgebung ständig mithalten müssen.

Analyse der Firmen mit DSGVO aktualisierter Datenschutzerklärung

Vor diesem Hintergrund hat Implisense untersucht, wie viele Firmen sich mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits jetzt mit diesem Thema auseinandergesetzt und ihre Datenschutzvereinbarungen aktualisiert haben. Hierfür haben wir die Verbreitung von einschlägigen Signalwörtern – etwa die direkte Bezugnahme auf die nun geltende Europäische Richtlinie, Synonyme (z.B. die Englische Bezeichnung dafür, GDPR, General Data Protection Regulation), und typische Formulierungen – auf Firmenwebsites berechnet. Die Vorkommen der Hinweise wurde dann mit Blick auf weitere Firmeneigenschaften, wie Branchenzugehörigkeit und Größe facettiert, um damit einhergehende Merkmale zu erkennen.

Nur eine von 50 Firmen hat die Datenschutzerklärung angepasst

Selbst bei Beachtung der eventuellen Zusatzaufwände bei der Umsetzung der neuen Verordnung überrascht doch das Ergebnis in seiner Deutlichkeit. Unsere Analyse legt nahe, dass sich gerade einmal bei 10.775 Firmen Hinweise auf eine angepasste Datenschutzerklärung finden. Dies ist umso erstaunlicher bei einer Grundgesamtheit von ca. 593 337 handelsregisterlich erfassten aktiven Unternehmen mit hinreichender Datengrundlage. Dies entspricht ca. 1,8% oder 1 von 50 Firmen.

Betrachtet man die Verteilung dieser Firmen über die Unternehmensgröße lässt sich ein potenzieller Aspekt bereits erahnen. Gerade die kleineren Unternehmen haben mit den neuen Auflagen zu kämpfen. So beträgt der Anteil der Kleinstunternehmen an der Gesamtmenge unseren Schätzungen zufolge ca. 69 %. Bei den Firmen mit DSGVO Verweisen schrumpft dieser auf 61 %. Großunternehmen sind dagegen mit 3 % fast doppelt häufig wie in der Gesamtmenge vertreten. Die nachfolgende Graphik stellt die Größenverteilung von Firmen in der Grundgesamtheit (links) der geschätzten Verteilung von Firmen mit aktualisierten Datenschutzerklärung (rechts) gegenüber.

Grafik DSGVO angepasste Datenschutzerklärung nach Unternehmensgröße und Verteilung aller Firmen nach Größe
Gesamtverteilung nach Unternehmensgröße (links) und DSGVO Update nach Unternehmensgröße (rechts)

Der potenzielle Zusammenhang zwischen Firmengröße und Datenschutzupdate, legt nahe, dass auch bestimmte Branchen und Geschäftsmodelle damit stärker assoziiert werden könnten. Die untere Graphik zeigt Branchen die überproportional häufig bei den Treffern vertreten sind (Top 20 gemäß der Reihenfolge; WZ 2008) sowie deren absoluten Trefferzahl.

Grafik DSGVO Datenschutzerklärung Verteilung nach Branchen
Anzahl der Firmen mit DSGVO aktualisierter Datenschutzerklärung nach Branchen.

Am stärksten überrepräsentiert ist z.B. die IT-Branche (J62). Auf diese entfällt mit 2.732 Treffern auch absolut der Löwenanteil der Firmen mit aktualisierter Datenschutzerklärung. Weitere Branchen mit daten- und kommunikationsintensiven Geschäftsmodellen dominieren die Liste, z.B. IT-Dienstleister (J63), der Handelssektor (G46, G47), Rechtsanwälte (M69), Finanzdienstleister (K64) und Consultingfirmen (M70). Wenn Firmen also ihren Datenschutz aktualisiert haben, dann meist wahrscheinlich nur, weil extrem viele Daten auf Grundlage ihres Geschäftsmodells anfallen. Etwas unerwartet finden sich z.B. das Handwerk (F43), die Elektrotechnik (C26) und die Metallherstellung (C25), sowie der Bildungssektor (P85) darin wieder. 

Exemplarische Treffer zu Firmen mit aktualisierter Datenschutzerklärung aus einer stark vereinfachten Analyse lassen sich direkt auf unserer Plattform Companies and Markets einsehen:

Beispieltreffer DSGVO im Baugewerbe

Beispieltreffer DSGVO in Elektrotechnik

Beispieltreffer DSGVO in Erziehung und Unterricht

Beispieltreffer DSGVO in Metallerzeugnisse

Anhand der Listen mit Beispielfirmen lässt sich etwa schnell erkennen, dass Firmen aus dem Bildungssektor oft Fortbildungsmaßnahmen im Bereich DSGVO anbieten und deswegen diesem Thema zugeordnet werden.

Zur weiteren Exploration dieser Subsegmente laden wir Sie herzlich dazu ein, Implisense Pro kostenlos zu testen. Darin lassen sich die zur Analyse herangezogenen Filter-und Suchkriterien, etwa die Segmentierung nach Größe, abbilden, sowie die gesamten Trefferlisten einsehen und anhand zusätzlicher Kriterien, z.B. Region, weiter eingrenzen. Testen Sie die Funktionen hier.

Fazit

Unsere kleine Analyse zur Ermittlung von Firmen, welche sich bereits mit der DSGVO auseinandergesetzt haben, beruht auf probabilistischen Verfahren und ist damit nicht zwingend repräsentativ. Sie erfasst Firmen, die lediglich mit hoher Wahrscheinlichkeit ihre Hausaufgaben bezüglich der Datenschutz-Grundverordnung bereits erledigt haben.

Zudem kann sie weiter verfeinert werden. Wie das Beispiel mit der Anbietern von Fortbildungen im Bereich DSGVO zeigt, z.B. durch den Ausschluss bestimmter Branchen aus der Analyse. Schließlich stellt sie nicht zwingend fest, dass bestehende Datenschutz-Policies bei Firmen, welche nicht in der Treffermenge lagen, nicht bereits professionell ausgestaltet sind und womöglich nur formell angepasst werden müssen. Die Effekte dieser Einschränkungen können nach unserer Einschätzung nicht die grundlegenden Erkenntnisse der Auswertung in Frage stellen.

Nur ein Bruchteil der Firmen in Deutschland ist wenige Wochen vor Ablauf der Umsetzungsfrist final auf die Datenschutz-Grundverordnung vorbereitet. Es gibt Hinweise, dass es gerade Kleinstunternehmen schwieriger fällt, die Umsetzung zu gewährleisten. Wenn, dann tendieren eher Firmen mit besonders datenintensiven und kommunikationslastigen Geschäftsmodellen dazu, die neuen Datenschutzbestimmungen umzusetzen. Fragt sich, welche Geschäftsmodelle im Zeitalter der Digitalisierung, es sich noch leisten können, nicht im angemessenen Umfang mit Daten zu arbeiten.


Wie steht Ihr Unternehmen in Bezug auf die Umsetzung der DSGVO? Wie viele Ihrer Mitbewerber haben bereits erkennbare Hinweise auf die Umsetzung der neuen Novellierung auf Ihrer Webseite? Unsere freie Rechercheplattform Companies and Markets steht Ihnen zur Beurteilung dieser weiterführenden Fragen hier zur Verfügung.