Handelssanktionen in der Weltwirtschaft

In dem Forschungsprogramm CoyPu arbeiten wir an einer Früherkennung wirtschaftlicher Risiken in globalen Supply Chains u.a. gemeinsam mit Siemens, Infineon und DATEV sowie starken Partnern aus der Forschung, wie etwa dem DIW, TIB und InfAI.

Zur Früherkennung wirtschaftlicher Risiken auf Lieferketten werden Handelssanktionen als Teil der Wirtschaftssanktionen analysiert. 

Basierend auf offenen Daten zu Handelssanktionen wurde ein Graph zwischen Ländern, Produkten und Handelssanktionen aufgebaut. Unterschieden wird nach Ländern, die Handelssanktionen aussprechen und solchen, auf die diese Sanktionen abzielen. Jede Handelssanktion hat ein Anfangsdatum, so dass eine Darstellung des Zeitpunkts möglich wird, wann die Sanktion in Kraft tritt. 

Für eine Darstellung des Geschehens wurde eine exemplarische Zeitreihe ermittelt und mit dem Tool Gource visualisiert. Da die komplette Visualisierung sehr groß ist, hier ein kleiner Ausschnitt: 

Auf der linken Seite der Darstellung findet sich eine Rangliste, die die häufigsten Länder-Paare auflistet, die aufgrund von Handelssanktionen miteinander verbunden sind. Weiter rechts wird dargestellt, welche Sanktionen Länder auf bestimmte Produkte ausüben (z.B. Export-Stop für bestimmte Metalle).

Auffällig ist, dass es Zeitpunkte mit besonders hoher regulatorischer Intensität gibt. Ohne genaueres Wissen über gleichzeitige oder vorlaufende Krisen bzw. politische Ereignisse sind die Zeitpunkte schwierig ex post zu erklären. Abseits von einer Erklärung des geo-politischen Kontextes einer Sanktion sollte die Kenntnis einer Sanktion für solche Akteure relevant sein, deren Versorgung mit Rohstoffen oder Vorprodukten bzw. Exportmöglichkeiten betroffen sein könnte. 

Mit der gewählten Aufbereitung von Handelssanktionen als Netzwerk der Weltwirtschaft können auch entfernte Ereignisse auf Branchen oder gar einzelne Unternehmen bestimmt werden. Hier forschen wir an der Propagation von Ereignissen in Netzwerken, um auch Welleneffekte für konkrete Branchen oder Unternehmen vorhersagen zu können. 

Einsatzmöglichkeiten für die Überwachung von Lieferketten sind u.a.:

  • Automatisierte Warnung bei neu erkannten Import-Einschränkungen
  • Automatisierte Warnung vor angekündigten Export-Einschränkungen
  • Vorhersage von direkten Einschränkungen in der Versorgung
  • Vorhersage von indirekten Beeinträchtigungen in Lieferketten aufgrund von Welleneffekten

Mit automatischen Warnungen und der Vorhersage von indirekten Beeinträchtigungen können künftig Risiken aufgrund einer smarten Früherkennung frühzeitiger gesichtet, bewertet und gemanaged werden, bevor es zu Lieferengpässen oder Störungen kommt.

Fragen zum Projekt und der Anwendung von Analysen und Daten beantworten wir Ihnen gerne unter hello@implisense.com